Leitbild der museen am meer: Museale Qualitätsmerkmale

Präambel

museen am meer. Acht Kieler Museen in unmittelbarer Nähe zur Förde stehen für hochkarätige Sammlungen, breite Forschungsansätze, ein spannendes Ausstellungsprogramm und besucherfreundlichen Service.

Die museen am meer profilieren sich über eigene Qualitätsmerkmale, die das hohe Niveau ihrer wissenschaftlichen und museologischen Arbeit beschreiben. Diese Merkmale sind fester Bestandteil der Marke „museen am meer“. Sie stärken das Image des Verbunds und der einzelnen Häuser im Rahmen der entsprechenden Marketingkampagnen. Zugleich wirken die Qualitätsmerkmale selbstverpflichtend für die Träger sowie für die einzelnen Häuser.

Die Qualitätsmerkmale nehmen speziell die Sammlungen in den Fokus und zielen auf die besondere Würdigung und Präsentation der eigenen Bestände ab.

Die museen am meer sind sich darüber einig, dass die Qualitätsmerkmale keine abprüfbaren Standards, sondern die einvernehmlichen Leitlinien museologischer Arbeit darstellen. Eine gemeinsame Zertifizierung der Häuser durch Dritte wird damit nicht angestrebt; sie ist auch nicht Ziel der Markenbildung. Jedem einzelnen Museum bleibt es jedoch unbelassen, an anderen Zertifizierungsprogrammen teilzunehmen.

1. Allgemeines

Die museen am meer sind wissenschaftliche Institute in öffentlicher Trägerschaft und arbeiten nicht gewinnorientiert, sondern sind der Aufgabe verpflichtet, Kulturgut zu sichern und einen Bildungs- und Vermittlungsauftrag zu erfüllen.

Die museen am meer orientieren sich in ihrer Arbeit grundsätzlich an den international anerkannten Standards des ICOM und an seinen ethischen Richtlinien sowie an den Empfehlungen des Wissenschaftsrats bezüglich wissenschaftlicher Sammlungen (Empfehlung v. 28.01.2011).

Die museen am meer arbeiten nach wissenschaftlichen Kriterien, und zwar in Bezug auf ihre spezifische fachliche Ausrichtung sowie auch im Hinblick auf die grundlegenden Erkenntnisse der Museologie und deren professioneller Umsetzung.

Jedes Museum des Verbunds museen am meer folgt einem Leitbild entsprechend den ICOM-Standards und unterstellt seine Sammlung einem professionellen Sammlungskonzept.

Die museen am meer verstehen sich als Forschungseinrichtungen und ihre Sammlungen sind Forschungssammlungen gemäß den Empfehlungen des Wissenschaftsrates.

2. Sammeln und Forschen

Der Erwerb und das Sammeln erfolgt nach festgelegten Sammlungskonzepten der einzelnen Häuser. Die Archivierung, Konservierung und Dokumentation der Bestände folgt neuesten fachwissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Bestände werden klassifiziert und durch ein Ordnungssystem (Thesaurus) erschlossen. Die Digitalisierung und Präsentation in Großdatenbanken oder entsprechenden überregionalen Museumsportalen garantiert die wissenschaftliche Verfügbarkeit der Sammlungen.

Der Erwerb von Sammlungsgut folgt den ethischen Richtlinien des ICOM, Deakzessionen sind nur aus wissenschaftlichen Gründen möglich.

Die Sammlungsbestände werden durch zugehörige Bibliotheken und Archive ergänzt und dokumentiert.

Die Sammlungen werden hauptberuflich durch akademisch ausgebildetes Fachpersonal betreut.

Der Wert der Sammlungen ermisst sich nach der kulturellen und wissenschaftlichen Bedeutung von Einzelobjekten und Beständen in Hinblick auf moderne Forschungsfragestellungen.

3. Präsentieren und Publizieren

Die museen am meer sind einem Bildungs- und Vermittlungsauftrag verpflichtet, der auf die breite Öffentlichkeit abzielt und alle Bevölkerungsgruppen umfasst.

Die museen am meer präsentieren ihre Sammlungen in eigenen Ausstellungen, die sie dem Publikum dauerhaft und regelmäßig öffnen (fünf Tage wöchentlich sind angestrebt). Dem Leitbild der einzelnen Häuser entsprechend, werden außerdem Leihgaben sowie fremde Sonderausstellungen gezeigt.

Die Präsentationen stellen die Sammlungsobjekte in ihren fachwissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext. Die Objekte werden dadurch zum Mittler von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Ausstellungsarbeit obliegt wissenschaftlichen oder künstlerischen Kuratoren.

Die Sammlungen und die Ausstellungsthemen werden nach Möglichkeit auch in Buchpublikationen (Kataloge, Begleitbücher) von wissenschaftlichem Niveau veröffentlicht.

Museumspädagogische Aktivitäten ergänzen und unterstützen die Ausstellungsarbeit.

4. Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

Die museen am meer bilden einen Marketingverbund. Sie streben nach der dreijährigen Erprobungsphase eine Verstetigung des Verbunds an. Jedes Haus behält dabei dennoch hinsichtlich der Werbung und der Corporate Identity (CI) seine Eigenständigkeit.

Das Marketing arbeitet museumsspezifisch.

Das Marketing zielt auf touristische und sonstige Besuchergruppen ab und bewirbt die Sammlungen, Ausstellungen und Veranstaltungen der Häuser. Dadurch sollen der Bekanntheitsgrad der Museen und die Nachfrage erhöht werden. Zugleich soll die Vermittlungsarbeit gestärkt werden.

Durch den Verbund wird das Marketing der einzelnen Häuser professionell verstärkt. Durch gemeinsame Strategien werden Synergien genutzt.

Die Museen streben einzeln und als Verbund einen hohen Standard ihrer Serviceeinrichtungen und -leistungen für die Besucherinnen und Besucher an.

Die museen am meer sind:
Antikensammlung • Kunsthalle zu Kiel
Aquarium GEOMAR
Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum
Kunsthalle zu Kiel
Medizin- und Pharmaziehistorische Sammlung
Stadtgalerie Kiel
Zoologisches Museum

(Stand: 1. Oktober 2012)

Die Qualitätsmerkmale des Museumsverbunds zum Download